Bis jetzt sieht ein Arbeitstag etwa so aus: Man kommt um 9 Uhr in das Heim und macht mit den Jungs ca 2 Stunden Hausaufgaben, hilft ihnen bei Zeichnungen (die Jungs fahren da voll drauf ab) , übt mit ihnen Lesen und wenn sie fertig sind, spielt man mit ihnen Memory, macht ein Puzzle mit ihnen etc.
Danach gibt es Tee/ Kaffe und leckeres Brot. Danach kann man entweder in der Küche etwas aushelfen - Monica und Johanna, die für die Küche zuständig sind, sowie das restliche Personal, total nett und aufgeschlossen. Von ihnen haben wir auch schon Angebote für diverse bolivianische Kochkurse erhalten :)
Oder man spielt mit den Jungs Fußball, Volleyball, Basketball oder "Tapas" (so ähnlich wie Boccia nur mit Flaschendeckeln) ...
Um ca 1 Uhr, gibt es dann Mittagessen und es kommt der zweite Teil der Jungs.
Einige gehen nämlich vormittags zur Schule und sind dann nachmittags im C.E. Die Anderen gehen eben nachmittags in die Schule und sind vormittags im Heim.
Mit diesem zweiten Teil wiederholt sich dann in etwa das ganze ab ca 2 Uhr, aber es wird trotzdem nicht langweilig. Ich musste auch schon eine Schlägerei und weniger schlimme handfeste Auseinandersetzungen schlichten ^^
Mir macht die Arbeit, Sport und manchmal "Rumgealbere" mit den Jungs immer wieder aufs neue viel Spaß und ich glaube, das richtige Projekt getroffen zu haben :)
Man ist natürlich auch der Ansprechpartner, wenn die Jungs mal ein Problem oder Sorgen haben.
Um ca 17 Uhr ( kann auch schon einmal später werden, aber macht ja nichts) ist man dann fertig.
Nächste Woche wird dann nochmal speziell getrennt und Schwerpunkte gesetzt. Ich werde mehr im Bereich " trabajo social" (Sozialarbeit) arbeiten. D.h. ich besuche mit einer Betreuerin die Familien der Kinder, begleite die Jungs zum Zahn- und Allgemeinarzt usw... Ich hoffe , dass ab und zu noch Zeit bleibt mit den Jungs zu kicken, ihnen etwas beim lernen zu helfen und in der Küche ein paar bolivianische Rezepte zu erlernen ^^
Allie wird dann speziell für den Bereich "apoyo pedagógico" ( Schulaufgaben , s.o) zuständig sein - soweit zu meiner Arbeit.
Am Dienstag waren wir auf dem Daddy Yankee Konzert im Stadion von La Paz.
Als Vorband waren einige Tanzgruppen am Start, sowie ein bolivianisches Newcomer Rapduo ( etwa 11, 12 Jahre alt) .
Nachdem wir mal locker 2, 5 Stunden gewartet haben, ist D.Y. dann auch aufgetaucht und - wir wurden für die Warterei mehr als entschädigt.
Hammerlieder, die mit Feuerwerken, Videos und Lichtershows untermauert wurden und ein Publikum, das voll abging.
Das sah so hammer aus, als alle im Stadion ihre Feuerzeuge, Handys und Leuchtstäbe in der Hand hielten und mitgemacht haben ... Dazu kam das Lichtermeer von La Paz. Es war auf jeden Fall ein unvergesslicher Abend.
Ein bisschen gestört haben allerdings die Verkäufer, die auch mitten im Konzert und bei den geilsten Liedern Cola, Kaffe, Hamburger verkaufen wollten :D
Manchmal sieht man auch Sachen in der Stadt, die einen nachdenklich machen. Sehr viel Armut, Zugedröhnte, schlafende Leute ( auch manchmal Kinder) am Straßenrand.
Die Voluntäre von dem Projekt "Calle" haben einen harten Job - sie sehen das fast jeden Tag.
Letztens haben wir auch eine Frau gesehen, die ca acht süße Velpen in einem winzigen Karton auf der Straße für 4. 50 € verkauft hat.
Jeden Freitag, bis zu unserer Wallfahrt an den Titicacasee, gehen wir übrigens zu einer "Novena" ~ Marienandacht. Dort wird gesungen, gequatscht und Kaffee/ Tee und Kuchen verzehrt. Ist echt ganz nett auch wenn die Versuche zweistimmig zu singen meistens voll in die Hose gehen ^^
Bis dann
Saludos,
Joni
Bilder vom "Casa Esperanza" kommen auch irgendwann noch ...
Jetzt am We steht auch der erste Bolivientrip fest: Es geht an den Titicaca See auf die " Isla del sol" - Blogeintrag garantiert ;)